Elegant und sportlich anspruchsvoll – Der Polosport

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Polo ist ein Mannschaftssport für Kämpfer, Taktiker und Techniker. Ein gutes Auge für den besser postierten Teamkollegen sowie das intuitive Erahnen des Spielverlaufs sind die Garanten für den Erfolg. Nervenstark, wendig und schnell – dies sind die Attribute eines prädestinierten Polopferdes. Zwischenzeitlich avancierte die Zucht dieser Tiere zu einer eigenen Art Wissenschaft.

Die Geschichte des Polosports

…reicht zweieinhalbtausend Jahre zurück. Einst Zeitvertreib an kaiserlichen Höfen des chinesischen Reiches, erfreute sich die Sportart nur wenige Jahre danach auch in Indien großer Beliebtheit. Während der Kolonialzeit konnte Polo die Gunst der Engländer für sich gewinnen, weshalb diese Spielart im Jahr 1871 in die eigene Heimat importiert wurde. Dabei wurde aus dem tibetischen Wort Pulu (Ball) das heutige Polo.

Der Polosport ist sehr kostspielig. Die Anschaffung eines Pferdes, Kosten für eine Box, Futter, Tierarzt, Hufschmied und eventuelle Turniere halten nicht wenige Personen davon ab, sich diesem faszinierenden Sport zu widmen.

Die wichtigsten Regeln im Polosport

Beim Polo reiten pro Team vier Spieler auf Pferden, mit dem Ziel, den Ball durch einen Schlag mit einem langen Holzschläger in das gegnerische Tor zu befördern. Im Wettkampf ist jeder Spieler verpflichtet, einen Polohelm mit optionalem Gesichtsschutz zu tragen. Das Spielfeld ist etwa sieben Mal größer als ein gewöhnlicher Fußballplatz. Dieses kann allerdings variieren.

Die Tore bestehen aus Weidenrohrpfosten, sind nach oben offen und weisen eine Breite von 7,32 Meter auf. Aus Sicherheitsgründen sind diese nicht fest mit dem Boden verankert. Wird ein Tor erzielt, so wird die Spielrichtung gewechselt. Die wichtigste Regel ist allerdings die „Line of Ball“ (Wegerecht) die besagt, dass kein Spieler die Linie des Balles kreuzen darf.

Die vier Spielabschnitte werden als Chucker bezeichnet, wobei jeder dieser Chucker eine effektive Spielzeit von 7,5 Minuten vorsieht. Während der Reiter an allen vier Chucker teilnehmen muss, darf ein Pferd niemals zwei Spielzeiten nacheinander bestreiten. Schließlich steht beim Polosport die Sicherheit der Pferde an oberster Stelle. Sollte sich etwa die Bandage eines Pferdes lösen, führt dies zwangsläufig zu einer Spielunterbrechung. Sollte der Reiter dagegen einen harmlosen Sturz erleiden, wird das Spiel fortgesetzt.

Wer an einem Turnier teilnehmen möchte, muss demnach mindestens zwei Pferde zur Verfügung haben. Professionelle Spieler reisen teilweise sogar mit bis zu sechs Pferden an.

Ein Sport voller Leidenschaft und Eleganz

Der Polosport war bereits in früheren Jahren derart beliebt, dass er zwischen 1908 und 1936 sogar Olympische Disziplin war. Im Vergleich zu den großen Vertretern dieser Sportart wie USA, Großbritannien und Argentinien wird Polo hierzulande in relativ überschaubarem Umfang praktiziert. So gibt es in Deutschland etwa 300 Polospieler und 27 Poloclubs.

Hamburg zählt insgesamt vier Poloclubs mit 60 Mitgliedern, wobei der Hamburger Polo Club mit Gründungsjahr 1898 der älteste Poloclub in Kontinentaleuropa ist. Auch die Geschäftsstelle des Deutschen Poloverbandes (DPV) ist hier angesiedelt. Seit 2008 werden in Berlin-Brandenburg die Deutschen Polo-Meisterschaften ausgetragen. Im Jahr 2010 wurde die Polo-Europameisterschaft in Ebreichsdorf bei Wien ausgetragen. Jährlich findet in Kitzbühl ein Poloevent statt, bei dem sogar auf Schnee gespielt wird. Auch im Schweizer Nobelort St. Moritz werden seit 1960 diverse Turniere veranstaltet.

Der Polosport ist sehr prestigeträchtig und daher besonders beliebt unter den „Reichen und Schönen“. Oftmals wird die Sportart als elitär, anmutig und kaiserlich beschrieben, dessen Faszination sich kaum einer entziehen kann. Für eine außerordentliche Eleganz sorgt nicht zuletzt auch das traditionsreiche Polohemd.

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass dieser außergewöhnliche Sport auch unter den Prominenten eine große Anhängerschaft zählt. Das britische Könighaus mit den Prinzen Charles, Harry und William, die Schauspieler Heino Ferch, Tommy Lee Jones und Stefanie Powers sowie der Gitarrist Mike Rutherford sind sehr engagierte Polospieler.