Warum Koberindfleisch so teuer ist

1

600 oder gar 1000 Euro für ein Kilo Rindfleisch? Wahrlich ein stolzer Preis! Etwa soviel müssten Sie als Gourmet im Extremfall hinblättern, wenn Sie in den Genuss von allerfeinstem Koberindfleisch kommen wollen. Dazu müssten Sie sich allerdings auf den Weg nach Japan machen, denn nur dort darf Fleisch vom original Koberind verkauft werden, denn die Ausfuhr der erlesenen Rindfleischspezialität ist verboten. Und der genannte Preis gilt nur für den Einkauf beim japanischen Metzger. Im Edel-Restaurant muss der Gast noch mehr zahlen für ein Stück echtes Koberindfleisch auf seinem Teller. Wenn er es denn überhaupt bekommt.

In den USA und in Kanada, in Australien und auch in Deutschland gibt es inzwischen Züchter, die artverwandtes Rindfleisch im Kobe-Stil auf den Markt bringen. Das soll ähnlich delikat schmecken, ist weitaus günstiger, aber mit um die 150 Euro pro Kilo immer noch Luxus pur.

Ausschließlich von Rindern aus Kobe und Umgebung

Um das originale Koberind aus Japan ranken sich viele Mythen. Einer davon lautet, das pechschwarze schwergebaute Rind mit dem in Japan sprichwörtlichen Gleichmut eines konfuzianischen Mönches werde mit Bier genährt sowie täglich mit Reiswein massiert. So erhalte Koberindfleisch nach dem Schlachten seine legendäre Zartheit und gleichmäßige Marmoriertheit. Hormone sowie Antibiotika sind absolut tabu und bei der Fütterung wird auf eine ausgewogene Pflanzenkost geachtet. Zudem wird einem Koberind in Japan doppelt so lange Zeit zum Wachsen gelassen wie einem herkömmlichen Rind. Das verteuert natürlich den Preis, denn im Schnellverfahren lässt sich Koberindfleisch nicht produzieren. Erschwerend kommt hinzu, dass das echte Koberind ausschließlich in der Region um die japanische Stadt Kobe geboren, aufgezogen und geschlachtet sein darf.

Wagyu Kobe Style Beef fast so schmackhaft wie das Original

Der Freundeskreis japanischer Genießer von Koberindfleisch ist sehr elitär und pflegt den exklusiven Luxus. Es besteht ein Netzwerk von Züchtern, Metzgern, Händlern und Restaurantbesitzern, die sich ganz dem Luxus des Genusses dieses besonderen Rindfleischs verschrieben haben. Neben dem hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren, der feinen gleichmäßigen Fettmaserung und dem würzigen Geschmack schätzen Feinschmecker vor allem den Luxus des Seltenen.

Jährlich sind es nicht mehr als 300 Schlachttiere, die für die Herstellung von offiziell anerkanntem Koberindfleisch zur Verfügung stehen. 400 nach strengsten Kriterien ausgewählte Zuchtbullen stehen unter der persönlichen Aufsicht des Präfekten von Kobe. Die Ausfuhr von Samen ins Ausland ist streng untersagt. Außerhalb Japans gezüchtete sogenannte Koberinder stammen in der Regel von anderen Rindern der Oberfamilie Wagyu. Wagyu Kobe Style Beef soll sich geschmacklich vom Original kaum unterscheiden, ist allerdings erheblich günstiger im Preis und weltweit erhältlich.